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Aachener Geschichtsverein
 
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Veranstaltungen


Zweitagesfahrt im September 2009

Studienfahrt nach ’s-Hertogenbosch und Mechelen

wissenschaftl. Leitung: Frau Dr. Isenmann

Termin: 26. – 27. September 2009, Treffpunkt: um 8.00 Uhr vor Sporthaus Drucks, Sandkaulstraße; voraussichtliche Rückkehr: ca. 19.00-19.30 Uhr

Die diesjährige zweitägige Studienfahrt findet im Zeichen eines großen Jubiläums statt: den Bistumsgründungen in Mechelen und ‘s-Hertogenbosch vor 450 Jahren, im Jahr 1559. Diese Gründungen stehen in engem Zusammenhang mit den Religionskonflikten im 16. Jh. In den Alten Niederlanden waren damit Autonomiebestrebungen der nördlichen (zunehmend reformierten) von den südlichen (katholischen) Territorien verbunden. Die katholische habsburgische Partei versuchte in dieser Zeit ihre Position zu festigen, indem sie maßgebliche Städte, wie etwa Mechelen aber auch ‘s-Hertogenbosch, zu Bischofsitzen erhob.
Beide Städte gehörten zum mittelalterlichen Herzogtum Löwen-Brabant-Limburg. ‘s-Hertogenbosch, ein zunächst kleiner Marktflecken in einer waldreichen Gegend, erhielt um 1184 durch Herzog Gottfried III. Stadtrechte und erinnert durch seinen Namen an den herzoglichen Gründer: An des ‘s-Hertogenbosch, heute ’s-Hertogenbosch oder Den Bosch.
Gelegen ist die Stadt am Zusammenfluss von Aa und Demel, die den zentralen dreieckigen Marktplatz umgeben. Beide Flüsse sind außerdem durch ein Grachtensystem, die Binnendieze, die durch die entstehende Siedlung läuft, verbunden. 1225 war die erste Stadtbefestigung fertiggestellt. Schon wenig später reichte die Grundfläche der zunehmend durch Tuchhandel reich werdenden Handelsstadt nicht aus. Sie wuchs über ihre Mauer hinaus, so dass eine neue errichtet werden musste, die dann um 1370 vollendet war.
Die Zunahme der Bevölkerung führte um 1210 zur Gründung der Pfarrkirche Sint Jans. 1366 war sie bereits zur Stiftskirche erhoben. Aus diesem Anlass wurde die romanische Kirche nun durch einen gotischen Neubau ersetzt. Im Jahr 1559 erhielt die Sint Janskerk mit der Einsetzung eines Bischofs den Titel einer Kathedrale. Mittlerweile war sie zu einer der schönsten brabantisch-gotischen Kirchen der Niederlande ausgebaut. Fast überreich mit Bauplastik geschmückt, fallen besonders die figürlichen Dachreiter auf den Strebebögen auf, die sowohl Phantasiewesen, als auch reale Personen darstellen. Das Figurenprogramm steht einzigartig in der Baugeschichte da und weist auf einen berühmten Sohn der Stadt hin, den Künstler Hieronymus Bosch († 1516).
Neben der Stadt und der Kathedrale werden wir auch das „Nordbrabantische Museum“ besuchen. Dort wird seit dem 19. Jh. eine Sammlung von Kunstwerken aus der nordbrabantischen Provinz, von der Antike bis zur Gegenwart reichend, angelegt. Es befinden sich darunter spätmittelalterliche Plastik, Gemälde flämischer und holländischer Meister, so auch Bilder von Van Gogh. Darüberhinaus präsentiert das Museum eine interessante stadtgeschichtliche Sammlung.
Ebenso wie ‘s-Hertogenbosch war Mechelen, gelegen an der Dijle, eine bedeutende mittelalterliche Handelsstadt für Tuche und seit dem 15. Jh. auch für Metallwaren (Geschütz- und Glockenguss). Mechelen sollte zudem im 15. und 16. Jh. ein bedeutendes Zentrum im nunmehr brabantisch – burgundischen Herzogtum werden.
Seit 1477 gehörte es durch Heirat der burgundischen Erbtochter Maria mit dem habsburgischen Thronfolger Maximilian zum Länderkomplex des Hauses Österreich.
Noch heute sichtbare Zeugnisse für die Bindung an Burgund und Habsburg sind in der städte- und kirchenbaulichen Entwicklung zu sehen. Neben dem Rathaus oder auch dem Schöffenhaus, ist hier exemplarisch der „Palast“ Margarethes von Österreich († 1530), Statthalterin des habsburgischen Kaisers, zu nennen. Zunächst als gotisches Gebäude im 15. Jh. errichtet, wurde es im 16. Jh. im Renaissancestil prachtvoll umgebaut.
Auch die Kirchenbauten zeugen von der großen Geschichte des heute beschaulichen Mechelen. Allen voran St. Rombout (Rumoald), ein eindrucksvoller spätgotischer Bau, der eng mit dem Namen der berühmten niederländischen Baumeisterfamilie Keldermann verbunden ist. St. Rombout wurde 1559 geistliches Zentrum des neuen Erzbistum Mechelen.
Schließlich werden wir in Mechelen neben der Stadt und ihren zahlreichen Bürgerhäusern, Kirchen und Klöstern auch den großen Beginenhof besuchen.