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Wenig erforschte Raritäten, die Pfalzen Kaiser Karls des Großen

Bis vor Kurzem widmete sich ein eigenes Forschungsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft an der Uni Göttingen der Pfalzenforschung, das einen Kreis ausgewiesener Mediävisten und Archäologen mit diesem Thema befaßte.

Der Kölner Baugeschichtsprofessor Binding hat 1996 eine Übersicht über die deutschen Königspfalzen von Karl dem Großen bis Friedrich II. vorgelegt. Schon ein kurzer Blick auf die Liste der in diesem Buch beschriebenen Pfalzen macht sofort deutlich, wie rar die Art Pfalz ist, von der in Aachen die baulich weitgehend erhaltene Kapelle 1978 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der überwiegende Teil der Pfalzen, die zur Liste der Pfalzen aus den Jahren 796 bis 1240 gehören, sind spätere, staufische Pfalzen.

Zur wissenschaftlichen Untersuchung der Pfalzkapelle (seit 1930 Bischofskirche und Dom) hat man vor einigen Jahren einen neuen Ansatz gemacht. Seitdem trifft sich regelmäßig ein Arbeitskreis von Mitarbeitern der Unteren Denkmalbehörde, des Rheinischen Denkmalamtes und des Generalvikariats mit dem Dombaumeister. Z.Zt. findet eine archäologische Nachuntersuchung der Grabung von vor 100 Jahren statt.

Aber auch dem Rathaus und dem Granusturm, in dem bedeutende Teile der karolingischen Aula Regia erhalten sind, wird eine entsprechende Zuwendung zuteil, in die die Erfahrungen der Dom-Arbeitsgruppe einfließen. Nach einer langen Pause zwischen den Grabungen Walter Sages 1962 und Leo Hugots Untersuchungen wurde vor zwei Jahre mit einer neuen Untersuchung im Granusturm durch die Lehrgebiete Denkmalpflege und Baugeschichte der RWTH begonnen. Das Forschungsprojekt soll die Bauforschung weiterführen und das Rathaus mit einbeziehen. Die Erfahrungen der Bauforschung am Dom sollen durch Unterstützung der Rheinischen Denkmalpflege in die Ergebnisse einfließen.

Neben Untersuchungen am Objekt ist die textkritische Aufarbeitung aller bisher erschienenen Äußerungen zur Baugeschichte der Aula und des daraus hervorgegangenen Rathauses erforderlich. Zur Auseinandersetzung mit den Gebäuden gehört auch die mit den Bauherren und Baumeistern, ihren Vorbildern, Lehrern und Absichten, sowie die Betrachtung möglicher Vorbilder oder zeitgleicher Bauwerke.

Die zweite Karl als Bauherren zugeschriebene Pfalz in Deutschland, Ingelheim, erlaubt Vergleiche und Analogieschlüsse zur Bautechnologie und zum Baumaterial. So können die in Aachen noch offenen Fragen zu den Einzelbauten, zum Pfalz-Umfang und zur Lage der Pfalz in der Landschaft besser geklärt werden. Einhard als Biograph und Hauptbauleiter bekam von Ludwig dem Frommen die Möglichkeit, sich eine eigene Kirche, die Einhards-Basilika in Michelstadt, zu errichten. Ein Vergleich mit Aachen erlaubt erstaunliche Erkenntnisse über die weitreichenden Fähigkeiten der Franken. Der Aachen nächstliegende Bau nach der Pfalz Ingelheim und der Einhardsbasilika ist das Kloster Lorsch. Die Bautechnik und Gestaltung der erhaltenen Halle kann die Erkenntnisse, die am Dom gewonnen wurden und am Rathaus und Granusturm gewonnen werden sollen, wegweisend ergänzen.

Als Anstoß-Veranstaltung für eine intensive Zusammenarbeit bei den vorgenannten Zielen trafen sich die an den Pfalzen arbeitenden Wissenschaftler im März diesen Jahres (2009) in Aachen. Ein Kolloquium sorgte für einen ersten Abgleich der Erkenntnisse und schloß mit der Neugründung eines Arbeitskreises “Pfalzenforschung” unter der Ägide Aachens und Ingelheims. Damit sind Grundlagen geschaffen, die Bedeutung der Aachener Pfalz wissenschaftlich zu vertiefen.
Der Ingelheimer Bericht über das Kolloqium

Die Kapelle Karls der Großen wurde 1978 als erstes Denkmal Deutschlands unter Schutz des UNESO-Weltkulturerbes gestellt. Neben der Kapelle ließ sich der Kaiser von seinen Baumeistern aber auch die gesamte Aachener Pfalz mit der aula regia und dem Kaiserbad errichten. An dem Bau der zu erheblichen Teilen als Bau- und Bodendenkmal bis heute erhaltenen Bauteile war häufig der gleiche Personenkreis beteiligt. Die Stadt Aachen, unterstützt von Ministerium und Landeskonservator, betrachtet Dom und Rathaus daher zu recht als Teile einer äußerst wertvollen historischen Einheit. Nach dem inzwischen gewandelten Denkmalverständnis und nach dem heutigen Forschungsstand sehen wir die unabweisliche Notwendigkeit einer Erweiterung des Schutzbereiches der Aachener UNESCO – Welterbestätte auf die anderen erhaltenen Teile der karolongischen Pfalz Aachen.

Der Vortrag:

Zeit : 27. November 2009,19:00 Uhr (s. t.)

Ort: Haus Löwenstein am Markt