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Aachener Geschichtsverein
 
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Veranstaltungen


Studienfahrt und Canossa -Sonderausstellung

23. bis 25. September 2006, Studienfahrt nach Corvey, Paderborn und Soest verbunden mit dem Besuch der Sonderausstellung „Canossa 1077 – Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik“, wissenschaftliche Leitung Dr. Mechthild Isenmann (Brühl).

Im Januar des Jahres 1077 überquerte König Heinricht IV. mit seiner Gemahlin Berta und dem zweijährigen Sohn Konrad sowie einer kleinen Gefolgschaft die Alpen bis vor die Tore der Burg Canossa in Oberitalien. Dort sollte die Begegnung zwischen König und Papst Gregor VII. stattfinden. In dieser Burg der Markgräfin Mathilde von Tuszien trat Heinricht IV. barfuss und im Büßergewand vor den Papst und suchte die Versöhnung. Damit kam eine Auseinandersetzung zwischen Papstum und Königtum zu einem Höhepunkt und einem, allerdings nur vorläufigen, Ende. Der Konblikt der beiden Parteien hatte sich an der Zuständigkeit bei der Einsetzung (Investitur) der Bischöfe entzündet, die beide Seiten für sich beanspruchten. Papst Gregor belegte König Heinrich daher mit einem Bannspruch, den dieser erst mit dem Bußgang nach Canossa lösen konnte.
Dieser reichs- und kirchengeschichtlich besondere Akt wird in Paderborn in einer großen Sonderausstellung mit Kunstwerken von außerordentlichem Rang dargestellt. Illuminierte Handschriften aus dem Vatikan, kostbare Goldschmiedearbeiten aus dem 11. Jh. von internationalen Leihgebern, die Thronlehnen Heinrich IV. aus Goslar sind nur einige Beispiele, die diese Ausstellung zu einem besonderen Ereignis werden lassen. Der Besuch der Ausstellung bildet den eigentlichen Anlass für die dreitägige Studienfahrt.
Ebenso steht die Stadt Paderborn selbst im Zentrum unserer Fahrt. Ihre Kirchenbauten, etwa der Dom St. Maria, St. Liborius und Kilian, die Abdinghofkirche, die Busdorfkirche, die St. Bartholomäus-Kapelle oder auch Profanbauten wie etwa das Rathaus und die Kaiserpfalz vermitteln uns ein lebendiges Bild der Geschichte Paderborns als ehemaliger Pfalzanlage und bedeutendem Bischofsitz des Mittelalters.
Neben Paderborn besichtigen wir auch die ehemalige Bendiktinerabtei Corvey, eine Gründung aus der ersten Hälfte des 9. Jh., deren noch erhaltenes Westwerk aus der Gründungszeit in engem Bezug zu karolingischen Zentralbau des heutigen Aachener Domes steht.
Sowohl Paderborn als auch Corvey liegen genauso wie Soest, der dritten Sattionn unserer Studienfahrt, am alten Hellweg (=lichter Weg), einem vor allem im Mittelalter bedeutenden Verkehrsweg, der den Westen mit dem Osten verband und von Brügge nach Nowgorod führte. Dieser gut ausgebaute Handelsweg wurde nicht nur von Kaufleuten, sondern auch von Herrschern als Königsweg genutzt. Letztere nahmen auf ihren Reisen bevorzugt Aufenthalt in Pederborn, während Soest vor allem das Ziel von Händlern und Kaufleuten wurde. Soest gehörte ale eine der wichtigsten Handelsstädte zur Hanse. Vor allem der Salzhandel, den es im Römischen Reich mitbeherrschte, begründete den Reichtum dieser Stadt. Soester Stadtrecht wurde zum Vorbild für zahlreiche Städte und bildete eine der größten Stadtrechtsfamilien im Reich aus.
Die gute Verkehrsanbindung und damit der blühende Handel brachten Soest Reichtum und Bedeutung; die Auswirkungen lassen sich in der städtebaulichen Entwicklung erkennen. Der 100ha große Stadtkern weist nämlich eine Vielzahl historischer Bauten auf, darunter bdeutende Werke der Romanik und der Gotik. Viele Kirchen verfügen darüber hinaus noch über eine mittelalterliche Ausstattung wie Wand- und Glasmalereien, Schnitzretabeln und Werke der westfälischen Tafelmalerei. Wir werden etwa die jüngst renovierte Stiftskirche St. Patrokli (10. – 13. Jh.) und die Pfarrkirchen St. Maria zur Höhe 812./ 13. Jh.) sowie St. Maria zur Wiese 81312 – 1530) besuchen.

Sommerprogramm 2006