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Will Aachen Gutenberg von seinem Mainzer Denkmalsockel stoßen?

Die Technikgeschichte lehrt, dass keine Innovation voraussetzungslos ist.

Selbst eine die Welt so stark verändernde Innovation wie der ‚personal computer’ fügte ‚nur’ verschiedene bekannte elektronische Bauteile neu zusammen, stattete sie mit dazu passenden Anwendungen aus und schuf so ein den weltweiten Markt eroberndes Produkt. Das war durchaus innovativ, aber vor allem wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich. Die Erfindungen von z.B. Konrad Zuse sollten wir dahinter nicht vergessen.

Handgeschriebene und insbesondere illuminierte Bücher (Codices) waren wegen des enormen Arbeitsaufwandes schreibkundiger und/oder künstlerisch geübter Personen äußerst wertvoll. Wenn man es schaffte, Bücher in Serie herzustellen, versprach das insbesondere bei Großereignissen wie Krönungen oder bei den regelmäßig wieder kehrenden großen Wallfahrten, wie der Aachenfahrt, ein gutes Geschäft. Aus Aachener Sicht ist gerade das Gutenberg gelungen.

Gutenberg hat vorhandene Techniken aufgegriffen und diese unter Lösung vieler einzelner technischer Probleme zu einem neuen Verfahren weiter entwickelt, das die Herstellung ganzer Bücher in größeren Auflagen ermöglichte. Vor allem hat er wohl als einer der ersten erkannt, welche bis dahin ungeahnten Möglichkeiten die Verwendung beweglicher Lettern bei der Buchherstellung bot.

Eine mit der Wirkung der Bücher vergleichbare Wirkung war mit den früheren Techniken nicht verbunden. Mit Gussformen, Modeln und Punzen konnte man z.B. rationeller eine große Zahl von Devotionalien herstellen, die etwa bei der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt nach Aachen reißenden Absatz fanden. Die so hergestellten Produkte mögen religions- und kulturgeschichtlich von Bedeutung gewesen sein. Die Erfindung des Buchdrucks war aber demgegenüber sowohl technologisch wie kulturgeschichtlich geradezu revolutionär.

Schlagzeilen:

Alles nur geklaut: War Johannes Gutenberg ein Plagiator?

Kamen „Bilderbäcker“ Gutenberg zuvor?

Bonner Forscher rüttelt an Gutenbergs Sockel

Kratzer am Denkmal Gutenberg

Schaute Gutenberg bei den „Bilderbäckern“ ab?

Gutenberg soll Buchdruck-Prinzip geklaut haben

Mainzer: Die Bonner These ist „Effekt-Hascherei“

Tonbäcker vor Gutenberg?

Nach solchen mehr oder weniger sensationellen Schlagzeilen sollte man doch wieder zur nüchternen und wissenschaftlichen Sicht zurückkehren. Wir haben daher den Bearbeiter der archäologischen Fundstücke, Herrn Dr. Gerald Volker Grimm vom Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn, gebeten, uns deren Bedeutung in einem kleinen Beitrag zu erläutern.

Download des Vorberichts