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Vor 500 Jahren neu geweiht.

Ein von Christian Quix in seinem Bändchen über Melaten veröffentlichter Stich ist das einzige zeitgenössische Zeugnis über dieses 1895 abgerissene, neben dem romanischen Haus in der Klostergasse letzte noch weitgehend romanische Baudenkmal im Aachener Raum.

Während der Blüte der Reichsstadt Aachen im 12. und 13. Jh. ist sicher manches beeindruckende romanische Bauwerk entstanden, seien es Kirchen, Kapellen, Adelspaläste, öffentliche Bauten oder sonstige profane Bauwerke. Wir kennen nur wenige. Fast alles ging im Laufe der Jahrhunderte durch die vielen Stadtbrände (zuletzt im Jahre 1656), durch langsamen Verfall oder durch die Anpassung an veränderte Geschmäcker und einen anderen Bedarf verloren. Die an der ehemaligen Leproserie Melaten um 1230 gebaute Quirinuskapelle verfiel nach Aufgabe der kirchlichen Nutzung im 19. Jh. immer mehr. Nach dem teilweisem Einsturz des Daches veranlaßte die städtische Stiftungsverwaltung als Eigentümerin den Abbruch. Die alarmierten Denkmalschützer konnten nur noch erreichen, daß der Grundriß der ehemaligen Kapelle unter Wiederverwendung des alten Baumaterials in der Ummauerung des Hofes angedeutet wurde. An die halbrunde Apsis im Osten schloß sich ein kleiner Chorraum von 5,2×4,4 m an. Das eigentliche Schiff maß etwa 6,5×7,7 m, weitete sich aber nach Westen ein wenig trapezförmig aus. Dieses Schiff ist vor der erneuten Weihe weitgehend, vielleicht sogar vollständig erneuert worden. Der romanische Bogenfries fehlt hier völlig. Allerdings erweckt die Abbildung den Eindruck, als wären noch die romanische Tür der Kapelle erhalten geblieben.

Bei den Grabungen 1988 fand man u.a. auch einen vermutlich frühneuzeitlichen Typar mit dem Hl. Petrus als Siegelbild und dem Namen Peter von Wavre (Petrus de Wavra). Eine sinnvolle Erklärung ist bislang noch nicht gelungen.

Das Hauptpatrozinium der 1509 neu geweihten Kapelle war dem Hl. Quirinus gewidmet. Die Weihe nahm nach einem Bericht des Jesuiten Heinrich von Thenen der damalige „Decanus Aquensis Wimmer“ vor, dessen vollständiger Name nach anderen Quellen „Wimmarus Wimmari de Erkelenz“ lautete. Er übernahm das Amt des Dekans des Aachener Marienstiftes, eine damals bedeutende Dignität, 1494 von seinem wesentlich berühmteren Onkel Peter Wimmar von Erkelenz, dem Sekretär des Kardinals Nikolaus von Kues. Der im 19. Jh. nach St. Jakob überführte Altar stellt aber auch die anderen Heiligen der Kapelle dar.

Die Leproserie Melaten hat vom Mittelater bis zum Erlöschen der Lepra im 16. Jh. bestanden, dann wurde die Anlage in einen Pachthof der Stiftungsverwaltung umgewandelt, der das heutige Aussehen der Anlage prägt.

Der Lepra gilt eine der skurillsten Karlslegenden des Aachener Raumes.
Die Karlslegende zur Eberwurz:

Zu denken gibt aber, daß der wissenschaftliche Name der am Wilkensberg immer noch vorkommenden Golddistel an diese Überlieferung anknüpft(auch Eberwurz: Carlina vulgaris oder Carlina acaulis). In alten Kräuterbüchern wird dem Kraut eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.

Sollten Sie mehr Interesse an der Geschichte von Melaten haben, stellt die Online-Redaktion gerne Kontakt zur Melatengesellschaft her.