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Schloß Rahe in Aachen-Laurensberg und die Niederlande

Erbprinz Wilhelm VI. von Oranien mußte mit seinem Vater 1795 vor den einmarschierten französischen Truppen weichen. Er übernahm 1806 zunächst an Stelle seines Vaters die von Napoleon als Entschädigung überlassenen deutschen Fürstentümer und wurde nach dem Wiener Kongress als Wilhelm I. (Willem I.) erster König der Niederlande. Zugleich war er in Personalunion Großherzog von Luxemburg. Der Aufstand von 1830 führte zum Verlust Belgiens und eines Teils von Luxemburg. Wilhelm I. erwarb sich Verdienste als Förderer der Wirtschaft und der Wissenschaften. Wegen seiner Haltung in Verfassungsfragen (insbesondere bei der Frage der Verantwortlichkeit der Regierung) und in Religionsfragen (trotz offizieller Trennung von Kirche und Staat fühlten sich die Katholiken in den südlichen Provinzen gegenüber dem calvinistischen Norden benachteiligt) verlor er den Rückhalt bei der Bevölkerung. Wilhelm, der seit 1837 Witwer war, geriet überdies wegen seiner Beziehungen zu einer 20 jahre jüngeren katholischen Hofdame aus dem abgefallenen Belgien, die man abfällig „Jetje Dondermont“ nannte, ins Gerede und dankte schließlich 1840 zugunsten seines Sohnes ab. Noch im gleichen Jahr schloß er in Berlin mit Henriette d`Oultremont de Wégimont eine morganatische Ehe. Diese Eheschließung sollte also keinerlei Wirkungen in dynastischer Hinsicht haben können. Schon drei Jahre später verstarb Wilhelm. Henriette hatte bereits 1842 das zum Verkauf stehende Schloß Rahe in Laurensberg vor den Toren Aachens erworben, das sie als Witwensitz bezog. Sie arrondierte und vergrößerte den Besitz und stattete das Haus standesgemäß aus. Für die Schloßkapelle ließ sie vermutlich in Brüssel eine Pieta und ein Grabmahl für Wilhelm herstellen. Der Künstler der beiden Plastiken ist nicht bekannt. Sofort nach ihrem Tode wurde sie heimlich nach Battice verbracht, wo ihre Familie in einer Kapelle eine Familiengruft besaß. Die Familie, die keine Verwendung für das Schloß hatte, verkaufte einen Teil der Ländereien und die Inneneinrichtung – bis auf die beiden Kunstwerke in der Kapelle. Der Aachener Kaufmann Konrad Startz kaufte 1898 das Schloß mit dem nur noch 80 ha. umfassenden Landbesitz. Später wechselte es noch des öfteren den Besitzer. Genannt seien hier die Familien von Haniel, Weidtmann und Cadenbach.
Die beiden Kunstwerke aus der Kapelle wurden noch vor dem Verkauf des Anwesens nach Belgien und von da nach Amsterdam verbracht. Die Nachrichten hierüber hat Leopold von Bessel gesammelt und zusammen mit alten Lichtbildern aus dem 19. Jh. in der Zeitschrift unseres Vereins veröffentlicht:
Nachricht zum Grabmal von L.v.Bessel
Aufnahmen des Grabmals König Wilhelm I. der Niederlande in der Grote oder Nieuwe Kerk von Delft, der offiziellen Grablege des Hauses Oranien, zeigen eine verblüffende Ähnlichkeit. Sollten die kleinen Unterschiede nicht auf Retouschierungen an der alten Fotografie beruhen, spräche dies für zwei Ausfertigungen aus der Hand des selben Künstlers oder eine kongeniale Nachschöpfung:
Bildervergleich