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Aachener Geschichtsverein
 
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Online-Beiträge


Radfahren durch die Geschichte - Folge II.

Inhalt:

A. Die Streckenbeschreibung

B. Beschreibung der Abkürzungsstrecke

C. geschichtliche Hinweise

Den Inhalt dieser Seite finden Sie – allerdings ohne ausführliche Streckenbeschreibung – auch auf dem Flyer, den die Stadt Aachen herausgibt. Dieser liegt in den verschiedenen Verwaltungsdienststellen und in Fahrradläden und -werkstätten aus. Wir empfehlen Ihnen bei individuellen Touren die Streckenbeschreibung downzuladen und sich auszudrucken:

Streckenbeschreibung der gesamten Strecke

Streckenbeschreibung der Abkürzungsstrecke

Natürlich gilt das auch für die Übersichtskarte für den Fahrradsommer 2009:

Karte zur Abkürzungsstrecke

A. Vorbemerkung:

Der Aachener Fahrradsommer findet 2009 inzwischen zum fünfzehnten Male statt und ist damit selbst schon Tradition geworden. Alljährlich wird eine familientaugliche Rundstrecke für den Fahrradsommer ausgeschildert. Am ersten Samstag im Juni wird die neue Strecke in einer gemeinsamen Rundfahrt von vielen Fahrradbegeisterten eröffnet. Für ein attraktives Begleitprogramm wird gesorgt.
Um die Orientierung bei individuellen Touren zu erleichtern, werden Faltblätter mit einer Streckenkarte, mit einer Beschreibung der durchfahrenen Landschaft und vielen weiteren Hinweisen ausgegeben. Die Routen der vergangenen Jahre werden hin und wieder in Broschüren zusammengefaßt, die bei der Stadt erhältlich sind.

Die Routenbeschreibung der Stadt Aachen:

Die Route für den Fahrradsommer 2009 weist zwar relativ wenig Steigungen auf, die Gesamtstrecke ist jedoch für ungeübte Radfahrer etwas lang. Wir bieten deshalb eine Abkürzungsmöglichkeit an, die man auch zum Anlaß nehmen kann, den nördlichen und den südlichen Teil der Route an zwei Tagen zu fahren.

Für kleine Kinder ist die Strecke etwas zu lang.

Der Architekt des Aachener Hauptbahnhofs

Start ist am Hauptbahnhof, von wo aus es nach Osten in die Hackländerstraße geht. Nach Querung der Kurbrunnenstraße kann man „Am Viadukt“ entlang bis zu Bachstraße fahren. Über Warmweiherstraße, Bismarkstraße und Goffartstraße erreicht man das Gelände des ehemaligen Moltkebahnhofs, wo sich heute die Heinrich Heine Gesamtschule befindet. Hier beginnt der Radweg vorbei am Bahndamm bis Bahnhof Rothe Erde (Beverstraße).

Detail

und Bild mit mehreren der alten gußeisernen Stützen vom Bahnhof Rothe Erde

Die viel befahrene Triererstraße queren wir am Überweg an der Brücke, wo der Vennbahnradweg unmittelbar auf der anderen Seite entlang der Stützmauer des Bahndammes beginnt. 1875 wurde der Bahnhof Rothe Erde angelegt, von dem zunächst nur eine Industriebahn bis Würselen fuhr. Bald darauf folgte die Venn(eisen)bahn, die wegen der bergigen Topografie von Eifel und Ardennen in großen Kurven und über etliche Viadukte durch eine malerische Landschaft bis nach Luxemburg führte.
Die Jahrzehnte der Erztransporte von Lothringen zum 1923 erstmalig aus Protest gegen die belgische Besatzung und dann 1926 endgültig stillgelegten Hüttenwerk Rothe Erde und des konkurrenzlosen Personentransports aus der Eifel nach Aachen waren die Glanzzeit der Vennbahn. Der nordwestliche Streckenabschnitt von Rothe Erde bis Kornelimünster ist endgültig aufgegeben und wurde in den letzten Jahren als Radweg ausgebaut. Diese mit dem letzten Teilstück erst in diesem Jahr vollendete Strecke befahren wir im Uhrzeigersinn, da sich so die zwar nur geringen, aber sich dennoch lange hinziehenden Höhenunterschiede besser überwinden lassen.
Den Vennbahnradweg befahren wir an den neuen Aachen-Arkaden vorbei bis zum Eisenbahnweg.
Nach gut 500 m erreichen wir auf der linken Straßenseite den nächsten als Radweg ausgebauten Abschnitt der Vennbahntrasse, auf dem wir nun bequem am ehemaligen Brander und Kornelimünsterer Bahnhof vorbei bis Walheim viel Kilometer machen können. Die ehemaligen Bahnhöfe werden heute als Ausflugrestaurants genutzt, die auf den Radfahrverkehr ausgerichtet sind.

ehemaliger Bahnhof Kornelmünster

In Walheim verlassen wir die Vennbahn noch vor dem ehemaligen Bahnhof an der Querung der Bahn mit der Schleidener Straße. Nach einem kleinen Stück Weges nach rechts erreichen die den ganzen Ortsteil durchlaufende Prämienstraße, die am westlichen Ortsausgang in die Walheimerstraße übergeht.
Die ehemalige Eisenhütte liegt rechts vor der Einmündung in die Monschauerstraße, die wir aber queren, um auf der anderen Seite dem Eisenhüttenweg zu folgen. Wir umfahren südlich auf dem Pfeiferweg einen alten zum Wohnen umgenutzten Industriekomplex mit ansehnlichen Blausteingebäuden und erreichen den Marientalweg, der sich ab der Grenze bis nach Raeren als Marientalstraße fortsetzt. In Raeren treffen wir auf die Grachtstraße, wo wir nach links bis zur Burgstraße fahren. An der Burgstraße geht es wiederum nach links bis zur Burg Raeren, wo ein regionales Töpfereimuseum untergebracht ist. Gegenüber der Burg können wir im Cafe „Haus Zahlepohl“ Rast machen.

Sammlung Raerener Krüge in einem alten Gewerbeprospekt

Hier haben wir unseren südlichsten Punkt der Fahrt erreicht, der auch Endpunkt der Grenzroute 1 von Orsbach nach Raeren ist.
Über die Burgstraße fahren wieder zurück bis zur Eynattener Straße, der wir bis zur Kinkebahn folgen, von der vermutet wird, daß sie bereits seit der Römerzeit besteht. In die Kinkebahn biegen wir nach rechts ein und fahren bis zur Brigidakapelle, wo wir links in die Stestertstraße abbiegen. Der Stestertstraße folgen wir bis zur Lichtenbuscher Straße , die nach rechts in Richtung Aachen führt. Im Ortsteil Lichtenbusch biegen wir nach links in die Straße „Hebscheider Heide“ ein, die mit einer Brücke die A 44/E 40 überquert. Hinter der Brücke halten wir uns gleich rechts und fahren am ehemaligem Autobahnzollamt vorbei bis zur deutsch-belgischen Grenze (Grenzstein 942). Wir queren die Grenze und stehen vor der spätmittelalterlichen Burganlage Hebscheid . Hier bietet VIA in einem stimmungsvollen Cafe Erfrischungen an. Von Gut Hebscheid fahren wir am Schellartshof vorbei über den Weg „Grüne Eiche“ bis Grüne Eiche. An Grüne Eiche biegen wir links in den Augustinerweg. Diese für den Autoverkehr gesperrte Waldstraße führt uns bis zum Hirschweg (rechts abbiegen). Der Hirschweg ist ein alter, nicht befestigter Waldwirtschaftsweg, auf dem durchgängig Gefälle bis zur Einmündung in die Eupener Straße besteht. Der Eupener Straße folgen wir nur ein Stück bis zum Grindelweg, wo wir links einbiegen, um über den Tönnesratherweg und den Eberburgweg bis zum Luxemburger Ring zu gelangen. Hier erreichen wir den vom Hauptbahnhof nach Westen führenden Bahndamm, der den Ring mit einer Brücke überquert. Unter dieser hindurch wechseln wir zur anderen Seite des Ringes, wo die Maria-Theresia-Allee beginnt. Auf der linken Seite sehen wir den Colynshof und die nach dem Gut benannte Jugendherberge. Auch die Maria-Theresia-Allee hat durchgehendes Gefälle in Richtung Innenstadt. Am alten Klinikumsgelände vorbei erreichen wir die Habsburgerallee, in die wir links einbiegen müssen. Wir fahren nach rechts unter die Eisenbahnbrücke hindurch zur Mozartstraße. Die nächste Straße rechts, die Reumontstraße, führt bis zur Burtscheider Brücke. Nach Überquerung der Burtscheider Straße kommen wir über die Zollamtsstraße wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Hauptbahnhof.

B. Die wegen der Länge der Strecke angebotene Abkürzung:

Wir verlassen die als Radweg ausgebaute Vennbahntrasse in Niederforstbach auf einem nach Südwesten führenden Wirtschaftsweg, der über eine Abzweigung nach rechts zu einer Unterführung unter die A 44 führt. Auf der rechten Seite sehen wir den bis um 2000 mit Bauschutt und Bodenaushub aufgeschütteten Brander Lärmschutzwall, der als Grünanlage gestaltet ist. Von seinem höchsten Punkt aus hat man eine fantastische Sicht auf Aachen. Hinter der Unterführung knickt der Wirtschaftsweg gleich nach links und bald darauf wieder nach rechts in Richtung Hitfeld ab. Am Ortseingang von Hitfeld biegen wir nach links in den Kreuzerdriesch ein. Die Hitfelderstraße befahren wir nach links bis zum Augustinerweg. Der Augustinerweg führt an dem aufgelassenen belgischen Camp Hitfeld vorbei durch den Augustinerwald bis zur Monschauer Straße. Diese queren wir und erreichen auf der gegenüberliegenden Seite an Grüne Eiche wieder die „normale“ Route des Fahrradsommers 2009.

C. geschichtliche Anmerkungen

1. Hauptbahnhof

Das heutige Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs wurde 1905 als Ersatz für den Bahnhof der Rheinischen Eisenbahngesellschaft und den Bahnhof der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft am Marschiertor in Betrieb genommen. Die Strecke Köln Aachen wurde am 1.9.1841 feierlich eröffnet. Längst gab es auch anderswo Eisenbahnen. Aber das Eisenbahnviadukt von Burtscheid und auf der Strecke weiter nach Westen die Brücke über die Göhl wurden lange als größte Pionierleistungen des frühen Eisenbahnbaus bestaunt, die natürlich inzwischen schon längst übertroffen sind. Im Jahre 1843 ging – natürlich nicht zufällig – just am Geburtstag König Friedrich Wilhelm IV. (15. 10.) von Aachen aus die erste Fahrt weiter bis nach Antwerpen. Damit hatte die erste grenzüberschreitende Bahnlinie weltweit ihren Betrieb eröffnet. Der „Eiserne Rhein“ wurde nach der Abspaltung Belgiens von den Niederlanden dringend als Ersatz für den verloren gegangenen Zugang Belgiens zum Rhein gebraucht. Aachen wurde damit folglich der erste Grenz- und Zollbahnhof der Welt. Das Hauptzollamt an der Ursulinerstraße bezog deshalb bald darauf den neuen prächtigen Verwaltungsbau am Bahnhofsvorplatz. In einem ungeheurem Tempo schritt der Ausbau des Fernverkehrsnetzes fort. Für Aachen kam 1852 als nächstes die Strecke Aachen Düsseldorf und 1853 mit Aachen-Maastricht eine weitere internationale Schienenverbindung. Das Bahnhofsviertel war die erste große Stadterweiterung südlich der mittelalterlichen Stadt, deren Mauern erst nach und nach fielen. Der Bahnhofsvorplatz setzte sich in der Mittelstraße (jetzt Leydelstraße) fort, an deren Abschluß Vincenz Statz eine Votivkirche zu Ehren der Muttergottes baute. Die Fortsetzung dieser neuen Straße auf einer Brücke in Richtung der Innenstadt wurde damals von der Regierung Aachen verwehrt und wird fast 150 Jahre später in diesem Jahr realisiert. Um dem angestiegenen Reiseverkehr per Bahn zu genügen, entstanden rund um den Bahnhofvorplatz Hotels. Das Hotelhochhaus blieb allerdings in der Krise der 20er Jahre im Rohbau stecken und wurde erst 1933 als Verwaltungsgebäude fertiggestellt.

2. Beginn des Vennbahnradweges an den Aachenarkaden

Das lokale Schienennetz entwickelte sich etwa 30 Jahre später mit Industriebahnen in das Inde-Wurm-Revier und in die Eifel. 1885 führte eine Strecke über Bahnhof Rothe Erde und Monschau bis Malmedy. Die Fortführung von Weismes bis St. Vith und die Verbindung vom Prüm zur Moseleisenbahn folgten ein Jahr später. In den beiden Folgejahren wurde die Lücke in der Vennbahnstrecke geschlossen und die Verbindung zum Großherzogtum Luxemburg geschaffen. Im I. Weltkrieg baute man für militärische Zwecke Querverbindungen zum Rhein und in die Ardennen. Viele Streckenabschnitte sind inzwischen wieder stillgelegt oder gar zurück gebaut. Auf dem Abschnitt vom Bahnhof Rothe Erde bis Walheim wurde in den letzten Jahren der Vennbahnradweg angelegt. Der Radweg beginnt zwischen den Aachen-Arkaden und dem Bahndamm an der Triererstraße.

3. Bahnhof Brand

Die Bahnhofsgebäude an der Vennbahn wurden nach weitgehend einheitlichen Plänen von Architekten der preußischen Staatsbahn gebaut. Sie waren je nach Größe des Ortes in vier Bauklassen eingeteilt und erhielten dementsprechend beim in der Regel zweigeschossigen Empfangsgebäude mehr oder weniger Fensterachsen. Die Bahnhöfe in Brand und Kornelimünster bekamen als Vorortbahnhöfe einer Großstadt mit größerem Fahrgastaufkommen etwas größere Empfangsgebäude. Der Bahnhof Kornelimünster wurde sogar für einen stärkeren Andrang bei den im siebenjährigen Rhythmus stattfindenden Aachenfahrten, in die Kornelimünster einbezogen war, ausgelegt.

4. Viadukt

Die topographisch schwierige Strecke durch die Mittelgebirgslandschaft zwischen Aachen und Luxemburg erforderte eine Anpassung der Trasse mit großen Windungen an das Gelände. Dennoch mußten immer wieder Taleinschnitte auf Viadukten überbrückt werden, die wie die Bahnhöfe weitgehend einheitlich gestaltet wurden. Nur ruhten diese Brücken auf kräftigen, aber sich harmonisch in die Landschaft einpassenden Stützbögen aus Blaustein, die an romanische Bauten in der Eifel und den Ardennen erinnern.

5. Jupiter

Die Schüler des Indagymnasiums hatten die Idee, die Proportionen der Gestirne des Sonnensystems durch Markierungen entlang des Vennbahnradweges zu veranschaulichen. Als Ausgangspunkt oder Standort der Sonne hatten sie einen Punkt am Radweg gegenüber der Bezirksverwaltung von Kornelimünster festgelegt. Sie stellten nicht nur die Entfernung der Planeten zur Sonne und untereinander maßstäblich am Rand des Radweges dar, sondern schufen auch maßstäbliche Modelle der Planeten, die deren jeweiligen Größe entsprechen. Dank der Hilfe von Sponsoren konnten von den Modellen Messing-Abgüsse genommen und auf massiven Blausteinsockeln montiert werden. Unser Bild gibt das Modell des Planeten Jupiter wieder, der nach dem höchsten, im ganzen römischen Reich verehrten Gott benannt ist. Auch in Aachen und in Kornelimünster fand sich auf Weihesteinen mit der Inschrift „I.O.M.“ der Nachweis für den Jupiterkult (IUPITER OPTIMUS MAXIMUS = Jupiter, der Beste und Größte).
Die Km – Angaben in der Tabelle der Planeten, die Sie nachfolgend downloaden können, beziehen sich auf die Fahrstrecke gemessen auf dem Fahrradtacho beim Start vom Hauptbahnhof aus.

Interessantes aus den Informationen des Indagymnasiums zum Planetenlehrpfad

6. Abteikirche Kornelimünster.

Die Propsteikirche in Kornelimünster ist die ehemalige Klosterkirche des in der Säkularisation aufgehobenen Benediktinerklosters „ad Indam“. Es wurde von König Ludwig dem Frommen 814 im Zuge der karolingischen Klosterreform nahe der Aachener Pfalz unter dem erstem Abt Benedikt von Aniane als Musterkloster gegründet. Schon 881 wurde es erstmals von den Normannen. zerstört. Zerstörungen und baulicher Verfall wie auch gewandelte Bauvorstellungen führten zu ähnlich vielen Umbauten und Anbauten wie beim Aachener Dom. In ihrem baulichen Reichtum und mit ihrer weitgehend erhaltenen Ausstattung ist die Propsteikirche nach dem Aachener Dom sicherlich die bedeutendste Kirche Aachens. Das Foto zeigt den Blick vom Ragweg aus auf den Ortskern Kornelimünster mit der gotischen Propstei- bzw. ehemaligen Abteikirche und die barocken Abteigebäude. Die barocken ehemaligen Klostergebäude, in denen nach Aufhebung des Klosters u.a. ein Lehrerseminar und das Kreisheimatmuseum untergebracht waren, dienen heute als Museum für die Sammlung des Landes NRW für zeitgenössische Kunst.

Der Hl. Kornelius wurde im Münsterländchens als Schutzpatron allen Hornviehs verehrt.

7. Vennbahntrasse mit Radweg und Schienen

Zwischen Kornelimünster und Hahn führt etwa in der Höhe der alten Bleihütte die von Stolberg her kommende Abzweigung der Vennbahn auf einem Viadukt über das Indetal an die Strecke Aachen-Monschau heran, die bis Ende des I. Weltkrieges zweispurig ausgebaut war. Wer kann es dem neutralen und vom Deutschen Reich in diesen Krieg hinein gezogenen Belgien verdenken, daß es Sorge dafür trug, daß der Versailler Vertrag Deutschland verpflichtete die Bahn auf ein Gleis zurück zu bauen. So besteht heute, wie auf unserem Bild ersichtlich ist, neben dem Bahnkörper noch ausreichend Platz für einen Radweg, der derzeit bis Walheim ausgebaut ist. In Zukunft sollen sowohl die Schienen für eine Museumsbahn und für den Nahverkehr genutzt, wie der Radweg bis nach Luxemburg ausgebaut werden.

Im Butterländchen weit und breit nur grüne Wiesen- und Weidelandschaften,

auf denen Kühe für Nachschub an Milch, Butter und Käse sorgen.

Wie das Münsterländchen ist das Butterländchen durch eine Wiesen- und Weidelandschaft geprägt. Früher wurde von hier aus das bevölkerungsreiche Industrierevier Aachen mit Fleisch, Butter und Käse versorgt.

8. Stellwerk Walheim

Noch weitgehend original erhalten, aber leider durch Vandalismus erheblich geschädigt steht das alte Schrankenwärterhäuschen an der Kreuzung der Vennbahn mit der Schleidener Straße.

9. Burg Raeren

Nach der urkundlichen Überlieferung stammt die Burg Raeren ebenso wie das nur wenige hundert Meter weiter liegende feste Haus Raeren aus dem frühen 15. Jh.. Das Haus Raeren hat trotz des Fehlens von Seitentürmen an dem mächtigen Wohnturm und trotz des wohnlichen Walmdaches ein ursprünglicheres Aussehen bewahrt als die immer wieder erneuerte und umgebaute dreiflügelige Burg Raeren. Maßgeblich auf Betreiben des bis 1933 in Aachen tätigen Archäologen O.E. Mayer wurde die Burg als Töpferei – Museum ausgebaut. Die bedeutende Raerener Steinzeugproduktion hatte ihre Blütezeit von Mitte des 16. bis Mitte des 17. Jh.. Hierzu verweisen wir auf Band 4 der von uns heraus gegebenen Aachener Beiträge für Baugeschichte und Heimatkunst:
Hellebrandt/Mayer, Raerener Steinzeug, Aachen 1967. Leider ist auch die zweite Auflage dieses Bandes inzwischen vergriffen.

10. alte Dampflokomotive

Den Raerener Bahnhof kann man von der Burg Raeren aus mit dem Rad in gut 5 Minuten erreichen. An der Laderampe vor dem Güterschuppen steht eine kleine Dampflokomotive, die an die Züge aus der Pionierzeit der Eisenbahn erinnert. Diese Lok ist allerdings eine kleine, einfache Arbeitslokomotive, die während des II. Weltkrieges in Belgien produziert wurde.

Bild der Lok vor dem ehemaligen Bahnhof

11. Brigidakapelle

Inmitten der für das sog. Butterländchen typischen Weidelandschaft liegt an der Kreuzung der Stestertstraße und der Kinkebahn, die wohl römischen Ursprungs ist, die Brigidakapelle, ein bescheidener einschiffiger Blausteinbau aus dem 17.Jh.

12. Burg Raaff

Diese viergeschossige Burg beeindruckt wegen ihres mittelalterlichen Erscheinungsbildes sogar als Ruine mehr als die baugeschichtlich mit ihr verwandten Wohntürme der Umgebung, die zu einer zeitgemäßen Wohnnutzung hergerichtet sind. Der Sockel dürfte mindestens bis ins 14. Jh. zurück reichen, in dem die Anlage als Lehen des Aachener Marienstiftes bezeugt ist. Die drei unteren Geschosse werden in die frühe Neuzeit datiert. Die 4 Ecktürmchen sollen eine romantisierende Zutat des 18. Jh. sein. Da die Burg Raaff seit etwa 1830 über kein schützendes Dach mehr verfügt, verfällt es leider zusehends. Der früher das Haus ganz umgebende Graben ist zum Teil verfüllt. Die Wirtschaftsgebäude aus dem 18. und 19. Jh. gleichen gewöhnlichen Bauernhöfen der Umgebung.

13. Gut Hebscheid

Eine Bauinschrift am Tor verweist auf das Jahr 1544. Auch der teilweise erhaltene Mauerring und das in Blaustein errichtete Herrenhaus mit einem dreigeschossigen Wohnturm gehören noch in das 16. Jh.. Die dreiflügeligen Wirtschaftsgebäude sind nach einem Brand im Jahre 1882 zum Teil in Backstein erneuert worden. Heute betreibt VIA hier eine Einrichtung für Arbeitsmotivationsmaßnahmen mit Jugendlichen.

Der Hirschweg geht bis Hirtzpley.

14. Hirschweg

Der Hirschweg leitet seinen Namen wohl von der kleinen Streusiedlung Hirtzpley an der Eupener Straße ab. Die zwar bis ins 19. Jh. nicht ausgebaute, gleichwohl seit Jahrhunderte wichtige Verbindungsstraße in das benachbarte Herzogtum Limburg konnte hier durch eine Schranke, eine sogenannte Grindel, versperrt werden.

Der Bildausschnitt der ältesten kartographischen Darstellung von „Stat und Reich Aach“ von Cornelius Janson de Fries aus dem Jahre 1569 (Museum Burg Frankenberg) zeigt den südwestlichsten Grenzpunkt des reichstädtischen Territoriums. Der „Durrenbaum“ als Grenzmarke lag etwa auf halber Strecke zwischen Linzenshäuschen und Hebscheid. Das Toponym „die hiertz koul“ erscheint im Kartenausschnitt als Schriftzug.
Eine vergleichbare Situation bestand früher bei Haus Hirsch an der Roermonder Straße. Hirtz ist der mittelhochdeutsche Ausdruck für den Hirschen. Dennoch bleibt zu klären, ob die beiden Siedlungsnamen „Hirtz“ und „Hirtzpley“ an zwei wichtigen Austrittsstellen aus dem ehemals reichstädtischen Territorium nicht eine andere Erklärung finden.

15. Linzenshäuschen

Der reichstädtische Wachtturm an der Eupener Straße stammt aus dem 15. Jh., hat Schlüssellochschießscharten für schwere Hakenbüchsen und war wohl der mächtigste der einst acht reichstädtischen Wachtürme innerhalb des sog. Aachener Reiches. Hier saß auch der städtische Forstbeamte, der die Stadt Aachen im Walhorner Waldgericht vertrat. Der Name ist von dem früheren Bewohner Sebastian Lenz abgeleitet (damals: Bestyn Lenzgyn).