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Aachener Geschichtsverein
 
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"Aus grauer Städte Mauern" gilt für das historische Kornelimünster nicht.

Die Benediktiner mußten sich in Kornelimünster eine neue Abtei bauen, als der Orden an seine alte Wirkungsstätte zurück kam. Die neue Abtei liegt oberhalb des Indetales westlich vom historischen Ortskern. Hier sehen Sie zunächst einige Bilder der neuen Abtei im gleißenden Schneelicht, wobei man den Turm der Abtei zunächst nur als kleine Spitze in der Mitte des Horizontes erkennt.

Nun der Turm etwas näher:

Der Kreuzgang der neuen Abtei:

Der Auszug aus der Tranchot-Karte von Anfang des 19. Jh. zeigt, daß die Straße von der Eifel über die heutige Korneliusstraße zum Benediktusplatz, zum Korneliusmakt und zur Abtei führte. In dieser Karte ist die projektierte neue „Napoleonstraße“ schon eingezeichnet.

In der alten Karte des Münsterländchens, die wir hier in einer Nachzeichnung wieder geben, ist diese Straße nicht eingezeichnet.

Die Straße von Aachen erreichte Kornelimünster am Abteitor.

Der Gebäudekomplex aus Abteigebäuden und Abteikirche mit den Bürgerhäusern unten im Indetal und die darüber liegende Bergkirche bilden ein malerisches Panorama.



Die Abteigebäude werden derzeit von der Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen genutzt, die regelmäßig Werke noch lebender Künstler aus Nordrhein-Westfalen ankauft und ausstellt. Die Ausstellungsräume sind vom Corps de Logis aus zugänglich.



An die fünfschiffige gotische Abteikirche wurde später für die Zeigung der Heiligtümer, die im siebenjährigen Rhythmus gemeinsam mit Aachen, Maastricht, Sustern und Düren stattfand, eine zusätzliche barocke Kapelle angebaut. Aber auch über den gotischen Kirchenschiffen gab es eine Galerie zur Zeigung der Heiligtümer.




An den seitlichen Pfeiler des Nordtores in die Klosterimmunität stehen Figuren des Hl. Cyprianus und des hl. Cornelius.

Vom Ortsheiligen Cornelius gibt es natürlich weitere Darstellungen.

Die dem hl. Stephanus geweihte Bergkirche war früher die Pfarrkiche für das ganze Münsterländchen. Den Kirchgängern vom anderen Indeufer wollte man zwar ersparen, im Sonntagsstaat an einer Furt durch die Inde zu waten. Eine kostspieligen Brücke konnte man für die Kirchgänger aber nicht bauen. Als ebenso einfachen wie praktikablen Ersatz legte man feste Steine in den Bachlauf, die – ausgenommen bei Hochwasser – ein Überqueren der Inde trockenen Fußes erlaubte.



Als baugeschichtliche Projektleiterin schrieb Frau Prof. Ingeborg Schild im Ausstellungskatalog von 1986:

„Kein Ort im Umfeld von Aachen besitzt heute noch einen derart geschlossenen historischen Hausbestand wie Kornelimünster. Nicht nur die Abteikirche und der Baukomplex des Klosters, auch die Bürgerhäuser künden vom ehemaligen Rang des Ortes, der dem einer Landeshauptstadt gleichkam, und auch die Bürgerhäuser geben Zeugnis von der Bedeutung des Ortes als Pilgerstätte. Dicht an dicht gedrängt reiht sich Haus an Haus. Zumeist auf alten Resten stehend, bietet sich im aufgehenden Bestand Bausubstanz seit dem 16. Jahrhundert, überlagert von Veränderungen nachfolgender Zeiten in ihren Zeitstilen. Dabei blieb das ältere jeweils erhalten, soweit es die Modernisierung der jüngeren Phasen erlaubte… Aufgrund [der] bauliche Reste läßt sich die Architektur der Vergangenheit rekonstruieren, und zwar sowohl für den Ort als auch für das Bauen der Region.“ Den Untersuchungsbereich für Messband und Kamera zeigen wir invertiert als Ausschnitt.

Exemplarisch – und ebenfalls invertiert – zeigen wir aus der umfangreichen Bauaufnahme die Häusergruppe Benediktusplatz 15-19, wovon das einachsige Haus Nr. 17 das schmalste Haus in NRW sein soll.


Die nachfolgenden Bilder sind bei verschiedenen Gelegenheiten sowohl im Sommer wie im Winter aufgenommen. Einige Photos sind ein wenig montiert oder farblich verfremdet.




Das Haus Benediktusplatz 24 ist besonders aufwendig sowohl mit einem auf das Jahr 1625 verweisenden Chrongramm wie mit einem Figurenpaar im Spätrenaissancestil geziert. Viele Bürgerhäuser haben Hauszeichen bzw. verbinden den Stein mit der Anzeige des Erbauungs- oder Umbaujahres mit frommen Sprüchen oder Sinnbildern wie dem Kreuz oder dem Strahlenkranz um die Buchstaben „IHS“. Die Erbauer des im Jahre 1666 erbauten Hauses „Im Lamge“ (lamgen = Lämmchen)bitten Gott um Schutz vor Feuer und Brand.




Eines der Hauszeichen deutet auf das Braugewerbe hin.

Südlich von Kornelimünster findet man an der Straße nach Breinig den gallo-römischen Tempelbezirk Varnenum, von wo es aus phantastische Ausblicke gibt.

Kornelimünster ist nicht nur gut mit den Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehr zu erreichen, sondern auch zu Fuß, per Rad oder mit Inlineskatern über die als Rad- und Gehweg ausgebaute ehemalige Vennbahn, von deren Viadukten aus es ebenfalls herrliche Aussichten gibt.

Von der Innenstadt Aachen bis zur Abtei gibt es seit einigen Jahren einen ausgeschilderten Pilger(wander)weg. Dieser ist vernetzt mit den Jakobspilgerwegen und dem neuen Eifelsteig.