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Ist es das älteste realistische Porträt eines Aacheners,

handschriftlicher Vermerk des Künstlers auf dem Blatt:

1520 CASPER STYRM ALT 45 IOR, tzo ach gemacht

(1520 Kaspar Sturm, 45 Jahre alt,in Aachen gezeichnet)

Soweit ersichtlich wurde bislang nicht diskutiert, ob es das älteste lebensechte Aachener Porträt ist. Außerdem wäre zu klären, ob die konterfeite Person historisch greifbar ist. Die Gebäude im Hintergrund werden nicht auf Aachen bezogen.

Albrecht Dürer weilte im Zuge seiner „Reise in die Niederlande“, auf der er Tagebuch führte, auch im Krönungsjahr Kaiser Karls V. (1520) in Aachen. Er skizzierte bei dieser Gelegenheit das Rathaus und das Münster jeweils von Norden her. Von seiner Skizzen ist außerdem die Darstellung eines Hundes erhalten. Bilder von den Krönungsfeierlichkeiten hat er jedoch nicht gefertigt, wofür es wohl an einem Auftrag des Hofes fehlte. Augenzeuge war er aber sehr wohl, wie man seinem Tagebuch entnehmen kann.

(s. Albrecht Dürer, Tagebuch der Reise in die Niederlande, Inselbücher – Verlag Leipzig mehrere Auflage, 56 Seiten, 16 Bildtafeln)

Hieraus seien die Aachen betreffenden Aufzeichnungen zitiert, wobei die Abkürzungen ausgeschrieben sind:

„Ich bin von Antorff (Antwerpen) gen Ach (Aachen) gefahren am Pfingstag nach Michaelis ( 4. Oktober) und hab noch ein Gulden und ein Nobel mit mir geführt.
Und als ich durch Mastrich fuhr, kamen wir gen Gülpen und von dannen gen Ach am Sonndag (7. Oktober).
Do verzehret ich bisher mit Fuhrlohn und allen 3 Gulden.
Zu Ach hab ich gesehen die proportionierten Säulen mit ihren gute Kapitälen von Porphit (Porphyr), grün und rot, und Gossenstein, die Carolus von Rom dahin hat bringen lassen und do einflicken; diese sind werklich nach Fitruvius Schreiben (Vitruvs 10 Bücher über die Architektur) gemacht.
Item ich hab zu Achen ein Goldgulden umb ein Ochsenhorn geben.
Ich hab Hans Ebner und Georg Schlauderspach mit dem Kohln konterfet (mit Kohlestift gezeichnet). Und Hans Ebner noch einmal.
Ich hab 2 Stüber für ein linden Wetzstein geben.
Item iiii (4) Stüber verbadet und mit den Gesellen vertrunken.
Ich hab 1 Gulden zu Zehrung gewechselt.
Ich hab 2 Weißpfennig dem Stadtknecht geben, der mich auf dem Saal führet (Krönungssaal im Rathaus).

Ich hab 5 Weißpfennig mit den Gesellen vertrunken und verbadet.
Ich habe 7 Stüber mit Herrn Hans Ebner in Spiegel (Hausname?) verspielt.
Ich habe den jungen Christoph Groland mit dem Kohln konterfet, auch mein Wirt Peter Enden (Die Familie spielt wenig später in der Reformation eine Rolle).
Ich habe 3 Stüber mit Gesellen verzehret und habe dem Poten (Boten) ein Stüber geben.
Ich habe Paulus Topler und Merten Pfinzig (Gäste aus Franken?) in mein Büchlein konterfet.
Ich habe Kaiser Heinrichs Arm, unser Frauen Hemd, Gürtel und ander Ding von Heiltum gesehen (die großen Heiligtümer, die in ansonsten im 7jährigen Rhythmus bei sog. Aachfahrten gezeigt wurden.)
Ich habe Unser Frauen Kirchen mit weiterm Umschweif konterfet.

Ich habe den Sturm konterfet (s. Bild oben).
Ich hab Peter von Enden Schwager konterfet mit dem Kohln.
Ich habe 10 Weißpfennig für ein groß Ochsenhorn geben.
Ich habe 2 Weißpfennig zu Trinkgeld geben.
Und ich habe aber (i.S. von erneut) ein Gulden zu Zehrung gewechselt.
Ich habe 3 Weißpfennig verspielt. Mehr 2 Stiber verspielt.
ii (2) Weißpfennig dem Poten geben.
Ich habe des Tomasins Tochter geschenkt die gemalte Treifaltigkeit, ist auch 4 Gulden wert.
Ich habe i (1) Stüber zu waschen geben.
Ich habe mit dem Kohln konterfet der Köpfringin Schwester zu Ach, noch einmal mit dem Steft.
Ich habe 3 Weißpfennig verbadet.
Ich habe 3 Weißpfennig für ein Püffelhorn geben, item 2 Weißpfennig für ein Gürtel geben.
Item hab 1 Philippsgulden für ein scharlach Prusttuch geben.
6 Pfennig für Pabier (Papier).
Ich habe 1 Gulden zu Zehrung gewechselt.
Ich habe 2 Weißpfennig zu waschen geben.
Item am 23. Tag Octobris hat man König Carl zu Ach gekrönt; da hab ich gesehen alle herrliche Köstlichkeit, desgleichen keiner, der bei uns lebt, köstlicher Ding gesehen hat.Wie das dann alles ist beschrieben worden.
Item dem Mathes für für ii (2) Gulden Kunst geschenkt.
Auch habe ich geschenkt dem Steffan Kämmerling bei Frau Margareth 3 Stück Kunst.
Ich habe 1 Gulden 10 Weißpfenning für ein Ceterpaum (Zeder) – Paternoster geben.
Ich habe 1 Stüber den Hänslein im Stall geschenkt.
1 Stüber dem Kind im Haus.
Dritthalben Stüber habe ich verspielt, 2 Stüber verzehrt.
2 Stüber dem Barbierer geben.
Aber habe ich 1 Gulden gewechselt.
Ich habe 7 Weißpfennig zuletzt im Haus geben.
Ich bin von Ach gen Gülch (Jülich) gefahren …. Ich habe 4 Stüber für 2 Augengläßer geben. ...
Also bin ich am Freitag vor Simon und Judae (26. Oktober) von Ach geschieden und gefahren gen Düren …. “