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Hinrichtung führender Aachener Protestanten im Dezember 1616

Zu der schon verschiedentlich veröffentlichten bildlichen Darstellung der Hinrichtung von Matthias Schmetz und Andreas Schwarz am 3. Dezember 1616 gehörte ursprünglich ein Text mit den Sanktionen gegen die Protestanten. Dieser wurde nach der vollzogenen Hinrichtung in und um Aachen als amtliche Mitteilung öffentlich angeschlagen. Nachstehend können Sie mit dem Bild eine Leseabschrift des Textes im PDF-Format öffnen und danach ein Faksimile des Textdruckes. Dieser wurde >>gedruckt zu Cölln/ Bey Peter von Brachel/ unter Gülden Wagen im Spiegelberg<<. Ähnlich wie die Schandsäule für den nicht ergriffenen Jakob Kalckberner handelt es sich bei diesem Dokument um einen Bestandteil der strafrechtlichen Sanktionen gegen die 1616 endgültig unterlegene und mit scharfen Maßnahmen unterdrückte protestantische Partei. Der Name des geflohenen >>Anführers<< der Protestanten wird zuweilen auch als >>Kalkbrenner<< wiedergegeben.

download: Kalckbrenner

Die öffentliche Exekution auf dem Marktplatz, an der auch die Angehörigen der Delinquenten teilnehmen mußten, wurde von der protestantischen Seite – für uns heute durchaus nachvollziehbar – als unglaublich grausam wahrgenommen. Das verzweifelte Schreien und Jammern der Ehefrau des Schwartz könne zwar ein steinernes Herz erweichen, nicht aber die nun herrschenden >>Tyrannen<<. Hervor gehoben wird, daß beide Delinquenten sich weigerten, das dargereichte Holzkreuz der an der Exekution als Beistand mitwirkenden Jesuitenpatres zu küssen. Die toten Körper der Hingerichteten habe man wie Viehkadaver vom Schafott herunter geworfen. In der damals üblichen drastischen Kanzelrhetorik werden die Jesuiten, die nicht ganz zu Unrecht als gefährlichste und entschiedenste Gegner empfunden werden, als >>falsches Otterngezücht<< bezeichnet. Es folgt der Wortlaut des Berichtes in der damaligen Sprache nach dem >>Memorial>> des 17. Jh., das die evangelische Gemeinde Aachen 2003 anläßlich der 200. Wiederkehr der Wiederzulassung des öffentlichen, protestantischen Gottesdienstes in Aachen mit Unterstützung der Aachener Zeitung erwerben und in ihr Archiv eingliedern konnte:

Bericht über die Exekution

Der in den Text des oben gezeigten Druckes aufgenommene Wortlaut der Inschrift der Schandsäule wird nachfolgend noch als Abschrift aus dem >>Memorial<< des 17. Jh. wieder gegeben.