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Hat die Königsstraße (via regia) etwas mit den Aachener Krönungen zu tun?

Da nur Richard von Cornvallis und Karl V. von Westen kamen, ergeben sich schon ernste Zweifel daran, ob der Straßenname der Königstraße von den Krönungszügen her abgeleitet sein kann. Bedenkt man, daß der Straßenname schon 1234 bezeugt ist (Papst Gregor IX. versprach am 24.2.1234 all denjenigen einen 40tägigen Ablaß, die Wohltaten zugunsten der armen Aussätzigen leisteten, denen durch das Schicksal bestimmt sei, an einem gewissen Ort bei Aachen nahe der Königsstraße bleiben zu müssen; Auszug: “... iuxta Aquis in via regia …“) und Richard deutlich später sowie Karl V. Jahrhunderte später gekrönt wurden, verdichten sich die Zweifel fast zu Gewißheit. Die Qualifizierung des mindestens mittelalterlichen Weges als Königsstraße ist wohl darauf zurück zu führen, daß die Reichs- und Heerstraßen grundsätzlich unter Königsschutz standen. Erst im Laufe des 13. Jh. wurde dieser königliche Schutz, den man Geleitrecht nannte, auf die Fürsten übertragen.

Nach der Überlieferung hat Karl der Große dem Weg zwischen seinen Pfalzen Aachen, Ingelheim und Frankfurt unter Nutzung alter römischer Straßen einen kürzeren Verlauf an Jülich und Köln vorbei gegeben. Die Aachen-Frankfurter Heerstraße (AFH) ging über Düren direkt nach Sinzig an den Rhein und verkürzte die Reisen mindestens um einen Tag.

Die AFH war – oder wurde zumindest – Teil des europäischen Fernwegenetzes, über das viel häufiger Handelsgüter als Kriegsgerät transportiert wurden. Der Handel ertreckte sich natürlich weit über die alten Pfalzorte hinaus aus z.B. nach Frankreich, England, den Ostseeraum, Böhmen und Italien. Das Netz der Jakobspilgerwege bezog die AFH mit ein. Alle sieben Jahre verstärkte sich der Pilgerstrom durch die Aachenfahrt zu den Heiligtümer von St. Marien in Aachen, in deren Rhythmus viele umliegende alte Stiftskirchen einbezogen waren.

Das wichtigste Zeugnis der Krönungsgeschichte, die sedes regalis, deren alte deutsche Bezeichnung „Erzstuhl des Reiches“ sich sich zum offiziellen Titel der Krönungsstadt entwickelte, ist bis heute am angestammten Ort im oberen Umgang des Aachener Domes erhalten geblieben.

Da nach der Krönung Ferdinand I. (hier in einer Grisaile von Rubens),

alle Krönungen in Frankfurt stattfanden, sind kaum zeitgenössische Abbildungen für die über Jahrhunderte zurück liegenden Krönungen in Aachen erhalten geblieben. Bekannt sind insbesondere die Krönung Heinrich VII. nach dem Codex Balduini Trevirensis (um 1320)

und die Karls V. in einer in Weimar überlieferten Zeichnung eines niederländischen Künstlers.

Die mangelnde bildliche Überlieferung hat u.a. dazu geführt, daß man mit unbeholfener Hand die zentrale Szene der schwer ansprechbaren Zeichnung von 152o nachgezeichnet hat.

Der Aachener Historienmaler Alfred Rethel malte Karl V. nicht für seine Heimatstadt, sondern für den „Römer“ in Frankfurt.

Der frühere Wirt und Brauereibesitzer Willy Vonderbank (Degraa) ließ einen Teil seiner Häuser mit historischen oder mit nostalgischen Bildern der alten Reichsstadt ausstatten. Die meisten Bilder wurden von dem Photographen und Kunstmaler Peter Zantis, der „henger Herjotts Fott“ (Anm.: Der überlieferte Name eines Platzes hinter einer Kreuzigungsgruppe ist offizieller Straßenname.) ein Atelier betrieb, geschaffen. Degraa stellte als eine der letzten Aachener Brauereien in den 80er Jahren den Betrieb ein. Wenig bekannt in Aachen ist, daß sich in der Gaststube des ehemaligen Bärenhofes (heute Ristorante Frascati) ein Bild vom Einzug Karls v. zur Krönung nach Aachen erhalten hat.

Die Szene stellt den Einzug auf der Königstraße in die innere Altstadt durch das Königsmitteltor dar, dessen alter Standort sich gegenüber dem Bärenhof befand. Der Maler lehnt sich dabei an Bilder aus der damaligen Zeit sowie den wenigen erhaltenen Abbildungen der Stadt Aachen aus dem 16. Jh. an.