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Eine Nebenrolle für General Gerhard Graf von Schwerin im Rommel-Film des ARD

Der Mainstream der Aachener Neuzeithistoriker hat bereits nachhaltig das Bild General von Schwerins als „Retter von Aachen“ revidiert. Die ihm zu Ehren benannte Straße erhielt ihren alten Namen zurück. Da taucht der Name des Generals am 1.11. 2012 in einem stark an den Quellen orientierten ARD-Film über Generalfeldmarschall Erwin Rommel wieder auf.

Nach Pressemitteilungen der ARD basieren 90 % des Rommel-Films auf Dokumenten. Der Film läßt den interessierten Zuschauer aber mit der Ungewißheit zurück, daß man es halt nicht genauer weiß, ja nicht genauer wissen kann.

Vieles deutet darauf hin, daß Rommel allgemein darüber informiert war, daß ein Attentat auf Hitler und ein Staatstreich zur Beendigung des nicht zu gewinnenden Krieges geplant war. Ihm dürfte auch bewußt gewesen sein, daß man danach mit seiner Unterstützung als populärstem Militärführer des III. Reiches rechnete. Nach dem Scheitern des Aufstandes wurde er im Auftrage Hitlers zum Selbstmord gezwungen, weil er Informationen über die Pläne der Männer des 20. Juli für sich behalten haben soll.

Man weiß, daß Rommel seine Beliebtheit, seinen Ruf als Kriegsheld und das in ihn gesetzte Vertrauen in die Wagschale warf und wagte, Hitler die Beendigung des Krieges vorzuschlagen. Es hätte ihm aber eigentlich klar sein müssen, daß Hitler für alle derartige Ratschläge unzugänglich war. Was er wirklich von den Männern des 20. Juli gewußt hat und wie er zu deren Plänen stand, wird nie restlos zu klären sein. Es wäre angesichts der scharfen und rigorosen Unterdrückung jeglicher Opposition für die Beteiligten selbstmörderisch gewesen, ihre Absichten irgendwie schriftlich zu dokumentieren oder sich gar Parteigängern Hitlers zu offenbaren.

Nur einige wenige Überlebende haben nach dem Krieg das wenige, was sie wußten, dokumentieren können.

General Gerhard Graf von Schwerin tritt in dem 120 Minuten langen Film gar nicht als Person auf. Er und seine Division werden „nur“ mehrfach genannt, weil die Männer des 20. Juli darauf gezählt haben sollen, daß er nach einem Erfolg des Anschlages auf Hitler mit seiner Division die in Frankreich stehenden SS – Verbände entwaffnen würde.

Wirft das ein neues Licht auf die Darstellung seines Ia-Generalstabsoffiziers Guderian, daß er auf dem Rückzug von den Kriegsschauplätzen in der Normandie eine kampflose Übergabe in Aachen im September 1944 erwogen habe?

Beiden Generälen ist gemeinsam, daß sie sich als unpolitische Militärführer verstanden, die sich aber dessen bewußt waren, daß sie ihre beispiellose Karriere Hitler und seinen Kriegen verdankten. Sie waren in ihrem Denken einem militärischen Ehrenkodex verhaftet, der eine offene Rebellion gegen ihren obersten Vorgesetzten ausschloß. Welche Rolle spielte dabei der auf Hitler persönlich geschworene Eid? Obwohl ihnen sehr früh bewußt war, daß die Fortsetzung des Krieges aussichtslos war, wollten sie vermutlich möglichst auch kein persönliches Risiko eingehen.

Eine jeden Zweifel ausschließende Wertung ihres Verhaltens wird wohl nie möglich sein.