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Der Elisengarten - zur geschichtlichen Überlieferung

Vor allem die Zeiten vor Karl dem Großen geben mangels schriftlicher Überlieferung noch viele geschichtliche Rätsel auf. Am wenigsten ist über die merowingische Zeit bekannt. Schon 1881 kombinierte der Baugeschichtler Carl Rhoen in seinem Beitrag „Beschreibung und Geschichte der karolingischen Pfalz zu Aachen“ (ZAGV Bd. 3) aus einigen wenigen schriftlichen Nachrichten, daß die bis ins 18. Jh. am nördlichen Rande des jetzigen Elisengartens stehende Adelgundis-Kapelle mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der vorkarolingischen Zeit stammt. Die Stiftung dieser Kapelle und Schenkung einer „domus indominicata“ (eines herrschaftlichen Hauses) an das Kloster spricht im Umkehrschluß dafür, daß der Königshof zu jener Zeit auch schon eine gewisse Bedeutung gehabt haben muß. Sonst wäre die „domus indominicata“ und die Kapelle für das alte Reichskloster Stablo-Malmedy kaum von Interesse gewesen. Den entsprechenden Auszug aus Rhoens Beitrag können Sie sich hier herunterladen.
Carl Rhoen zur Adelgundis-Kapelle
In der nachfolgenden Diskussion folgte der Stadtarchivar Richard Pick der Hypothese von Rhoen, während Quadflieg – eine Generation später – die Ereignisse in das 9. Jh. dadierte.
Richard Pick
Dabei ging es auch um die Frage, wie weit sich die der Abtei Stablo-Malmedy gehörende, mit insgesamt 35 Häusern neben der „domus indomincata“ bebaute Fläche ausdehnte, die nach einer Urkunde aus 1137 bis zum Graben an der Harduinsbrücke reichte. Nach Quadflieg erstreckte sich der Besitz südlich bis zur Ponell, etwa der heutigen Reihstraße. Pick nimmt an, daß der Besitz nur bis zur Barbarossamauer reichte und daß vor deren Bau hier schon irgendeine Befestigung stand, was wiederum Rhoen in einer heftigen Polemik bestritt. Rhoen geht sogar davon aus, daß der aus einem Spliß der Pau gebildete Graben, der von der Kleinmarschierstraße über die „Gräben“ bis zur Adalbertstraße geführt wurde, schon in römischer Zeit angelegt worden sein könnte.
Polemik Rhoen
In dem Streit um eine merowingische Vorgeschichte der in der Überlieferung bislang immer auf Karl den Großen als „fundator“ (Gründer) zurück geführten Königspfalz Aachen kann allenfalls die Archäologie eine Klärung erbringen. Ob der weitere seit dem Ende des 19. Jh. offen gebliebene Streit der alten Geschichtsforscher Aachens zumindest in Teilen durch die Archäologie entschieden werden kann, ist nicht unbedingt zu erwarten, da die Grabung von ihrer Veranlassung her auf den Elisengarten beschränkt bleiben muß. Eine ausführlichere Darstellung finden Sie auf der Stadtgeschichts-Seite des Instituts für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen:
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Die Abtei Stablo-Malmedy hielt trotz des Verfalls ihrer Besitzungen und trotz Drängens der Stadt zur Freigabe an andere, vor allem gewerbliche Interessenten noch bis nach dem Stadtbrand von 1656 daran fest. 1668 wurden ihre Besitzungen in einer anschaulichen Zeichnung festgehalten:

Dann konnten aber die Ursulinen dort ein Kloster errichten. Diesen Zustand hielt Mefferdatis Anfang des 18. Jh. fest.

Eine Zeichnung des Ursuliner – Klosters und der Ruine der Adelgundiskapelle um 1780 wurde 1824 im Jahrbuch des Regierungsbezirks Aachen als Stahlstich wiedergegeben.

Die ehemalige „domus indominicata“ geriet auf nicht geklärtem Wege in den Besitz der Familie Drimborn. An der Stelle des herrschaftliche Hauses errichtete man im 19. Jh. die Dienstvilla des Regierungspräsidenten:

Das Kloster wurde profaniert und 1825 vom Hauptzollamt bezogen. Nach dessen Umzug um 1850 zum Bahnhofsvorplatz wurde im Gelände zwischen Elisenbrunnen und Ursulinerstraße der erste Elisengarten errichtet:

Nach dem II. Weltkrieg räumte man die gesamte zerstörte Bausubstanz ab. Der Elisengarten heutigen Zuschnitts auf größerer Fläche entstand.