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Der Aachener Fahrradsommer 2015 führt in einem weiten Bogen durch das Münsterländchen ..

Historische Beschreibung der Aachener Fahrradsommer- Route 2015

[Frau Beigeordnete Schwier eröffnet am 13.6. 2015 den Aachener Fahrradsommer 2015]

Die Eröffnungstour durchquert vier historische Territorien. Sie startet am Elisenbrunnen,

im Herzen des ehemaligen reichsstädtischen Territoriums, geht im Verlaufe der Lothringerstraße auf das Gebiet der ehemaligen Reichsabtei Burtscheid über, quert an Bahnhof Rothe Erde die Grenze zur Herrschaft Schönforst und im Verlaufe des Vennbahnradweges kurz vor der Brücke über die Bundesautobahn die Grenzen zum Münsterländchen, dem Gebiet der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster.Die ehemaligen Gemeinden Brand, Kornelimünster und Eilendorf gehörten früher alle zu diesem Territorium des Reichsabtes von Kornelimünster.

Die für den ganzen Sommer 2015 ausgeschilderte Tour beginnt am Bahnhof Rothe Erde auf der Seite der Aachen Arkaden.

Zur Ansicht oder zum Ausdrucken der Streckenkarte bitte anklicken:

Zugang zu allen offiziellen Flyern der Aachener Fahrradsommer der Jahre 1995 bis 2015

Burtscheid

Die Gründung des Klosters Burtscheid durch den Kaiser Otto III. erfolgte noch im späten 10. Jh.. Die weite Wiesenlandschaft um die vogteiliche Burg Frankenberg wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. besiedelt (Frankenberger Viertel).

Forst

Der Reichsweg markiert die historische Grenze zwischen dem Aachener Reich und der Herrlichkeit Schönforst. Dies war ein schmaler Landstreifen zwischen den abteilichen Gebieten von Burtscheid und Kornelimünster. Hier sind schon aus der römischen Zeit Wohnstätten, Töpfereien und eisenverarbeitende Betriebe nachgewiesen. An der Sonnenscheinstraße wurde der älteste archäologische Fund Aachens gemacht – ein paläolithischer (altsteinzeitlicher) Faustkeil. Die Pfarrkirche St. Katharina ist schon 1310 bezeugt. Ihr gegenüber liegen das ehemalige Schöffengericht und die jahrhundertealte Gerichtslinde. Bis zum Anfall der Herrschaft an das Herzogtum Jülich haben die vermögenden Herren von Schönforst als Dynasten in der Aachener Umgebung und auch als Berater und Finanziers des Königs eine bedeutende Rolle gespielt.

Brand

Der Aachener Ortsteil Brand ist heute die größte zusammenhängend bebaute Fläche außerhalb des alten Stadtgebietes. Die historische Hunschaft Brand bestand ehemals aus den Weilern Brand, (Nieder)-Forstbach, Freund und Krauthausen. Die Pfarrkirche St. Donatus wurde Anfang des 19. Jh. für die stark gewachsene Gemeinde gebaut. Der auf der Aachener Seite der Autobahn liegende Neuenhof gehört zu den ältesten urkundlich bezeugten Höfen von Brand (1369).

Kornelimünster

Kornelimünster ist der Zentralort des Münsterländchens mit dem historischen, von Ludwig dem Frommen im 9. Jh. gestifteten Kloster (Monasterium ad Indam). Die barocken Gebäude der ehemaligen Reichsabtei beherbergen heute die Sammlung moderner Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen. Der geschlossene Altbaubestand des Ortes läßt noch ein wenig dessen zentrale Funktion als Residenzstädtchen eines geistigen Reichsfürstentums erkennen.
Die Tour verläßt Korneimünster auf dem Weg entlang der ehemaligen abteilichen Mühle und des Klauser Wäldchens. Durch das Wäldchen führt als möglicher Abstecher ein Weg mit Kreuzwegstationen zur Klause, wo der Wanderer oder Fahrradfahrer einen traditionellen Ort der Besinnlichkeit vorfindet, aber sich auch mit einer Tasse Kaffee erfrischen kann.

Bilder von einer Winterwanderung nach Kornelimünster

Zum Beitrag Kornelimünster, rechtshistorisch gesehen

Krauthausen und Komerich

Durch Krauthausen, dessen Name vielleicht vom Gagelstrauch abgeleitet ist, das man früher beim Bierbrauen verwandte, gelangt man in das Tal der Inde. Das Mühlwerk der alten Komericher Mühle wurde schon in früher Neuzeit als Antrieb für gewerbliche Produktionen verwandt.

Brander Wald und Brander Heide

Der Weg aus dem Indetal heraus führt östlich an Freund vorbei durch den Brander Wald. Er gilt immer noch als Truppenübungsgelände, obwohl die militärische Nutzung stark zurück gefahren ist. Im extensiv bewirtschafteten Wald und in den Spuren der militärischen Nutzung, z.B. am alten Panzertrail, haben sich wertvolle Biotope entwickelt.
Die früher vom Wald her bis Forst und Eilendorf sich als offene Fläche erstreckende Landschaft der Brander Heide ist von allen Seiten her inzwischen durch Wohn- und Siedlungsflächen geschrumpft. Auf ihr fanden im 19. Jh. Pferderennen statt, die zu den ältesten Rennen nach englischem Vorbild auf dem Kontinent gehörten.

Eilendorf

Eilendorf ist möglicherweise noch nicht seit dem 9. Jh. Bestandteil des Münsterländchens, unterstand dem Reichsabt aber zumindest seit 1232. Die Pfarrkirche St. Severin war spätestens seit dem 14. Jh. neben der Bergkirche St. Stephan die einzige Pfarrkirche im ganzen Münsterländchen. Schon das unterstreicht die Sonderstellung der Herrschaft Eilendorf im historischen Münsterländchen. Der frühe Abbau des Zinkerzes Galmei hat im Gemeindewappen Niederschlag gefunden (Galmeiveilchen). Das späte 19. und frühe 20. Jh. erlebte dank der Hütte Rothe Erde einen großen Aufschwung.