Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /www/htdocs/w006426a/textpattern/lib/txplib_db.php on line 14

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /www/htdocs/w006426a/textpattern/lib/txplib_db.php:14) in /www/htdocs/w006426a/textpattern/lib/txplib_misc.php on line 1242
Aachener Geschichtsverein
 
Logo des AGV

Online-Beiträge


Campus - Bahn; Zurückschrecken vor einer Zukunftsinvestition?

Der damalige Direktor der Aachener Kleinbahn Gesellschaft(heute „Aachener Straßenbahn und Energie Aktiengesellschaft“ – ASEAG), J. Siméon, gab in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Unternehmens („Das Verkehrswesen des Aachener Gebietes in Vergangenheit und Gegenwart“, Aachen 1929) die Gesamtlänge des Netzes der Kleinbahnen im Aachener Gebiet mit 157 km an. Durch die Abtrennung des Kreises Eupen nach dem I. Weltkrieg waren dabei noch 40, 5 km des von Aachen aus betriebenen Streckennetzes verloren gegangen, so daß die Vorkriegsstreckenlänge sich auf fast 200 km belief. Hinzu kam noch das regionale Netz der Eisenbahn. Nachfolgend geben wir die Karten und die Übersicht der Straßenbahnlinien aus der Schrift Siméons wieder:


Wir wollen übrigens hier bewußt keine die Nostalgie beflügelnde Bilder der alten „Oecher Tram“ zeigen, sondern zeitgnössische Darstellungen des damaligen Streckennetzes und die Tabelle der damaligen Straßenbahnlinien. Wegen der schlechten Lesbarkeit der Netzkarte hier noch eine etwas klarere Reproduktion:
Requested image(s) could not be found.

Man sollte die auch damals enormen Investitionskosten nicht unterschätzen. Die Schienenbahn-Tarife müssen sich heute und mußten sich damals auch an den Kosten orientieren. Einfache Arbeiter konnten sich seinerzeit die tägliche Fahrt mit der Tram deshalb häufig nicht leisten und man ging notfalls täglich mehrere Stunden zu Fuß zur Arbeitsstelle und zurück.

Die zunehmende Autoproduktion nach dem II. Weltkrieg und die allgemein steigenden Einkommen schufen dem schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine bedrohliche Konkurrenz. Das Auto verschaffte darüber hinaus eine größere Unabhängigkeit von Linienführungen und Fahrplänen. Zudem war es komfortabler und repräsentativer. In Aachen verlor der schienengebundenen Verkehr auf ganzer Strecke. Was beim Auto nicht in Rechnung gestellt wird, waren und sind die Infrastrukturkosten, die der Schiene aber auferlegt werden. Heute, wo der motorisierte Individualverkehr an absolute Kapazitätsgrenzen stößt und aus Umweltgründen der Regulierung bedarf, wird man sich dieser versteckten Kosten bewußter. Es könnte sich also rechnen, die Schiene als wesentlichen Bestandteil des zukünftigen Verkehrssystems wieder zu beleben.

Anscheinend fuhren im 19. Jh. und in der ersten Hälfte des 20. Jh. sogar die Firmenvertreter mit der Tram durch die Stadt und das Land. Von der Nähmaschinenfirma „Pfaff“ bzw. deren Vertriebsfirma Gebr. Dohle fiel uns ein vielleicht firmeneigener Stadtplan und ein regionaler Plan mit dem jeweiligen Kleinbahn- bzw. Straßenbahnnetz in die Hände. Allerdings wollen wir auch nicht die Möglichkeit ausschließen, daß es sich um einen Vorläufer der aktuellen durch Werbeaufdrucke finanzierten Aachener Stadtpläne handelt.