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Auch im Mittelalter gab es in Aachen Friedensschlüsse von europäischer Bedeutung.

Die darstellende Kunst hat sich natürlich auch mit Kaiser Karl als Diplomaten befaßt.

Schon mittelalterliche Illuminationen zeigen ihn beim Empfang von Botschaften.

Die fränkische Überlieferung (s. z.B. den unten stehen Auszug aus der Biograhie Karls aus der Feder Einhards) schreibt die Initiative für die diplomatische Annäherung natürlich Karl zu. Folgt man dem Bericht über die Mission Haitos, Abt von Reichenau und Bischof von Basel, hat Karl tatsächlich schon zu der Zeit eine Gesandtschaft in Marsch gesetzt, als die Atmosphäre zwischen Aachen und Byzanz noch ausgesprochen eisig war.
anschauliche Schilderung der Mission

Nach dem Regierungsantritt Michael I. wendete sich das Blatt. 812 schickte er gleichzeitig mit der Rückkehr von Karls Gesandten seine Botschafter auf den Weg nach Aachen, wo sie mit offenen Armen empfangen werden. In der heute noch bestehenden Pfalzkapelle überreichte der Kaiser ihnen eine Art Friedensvertrag. Im Gegenzug erwiesen sie den „kaiserlichen Mitbruder“ ihres (oströmischen) Kaisers die Ehre eine Huldigung als Basileus.

Die Quellen:

DCCCXII. ……[812]
Niciforus imperator post multas et insignes victorias in Moesia provincia commisso cum Bulgaris proelio moritur; et Michahel gener eius imperator factus legatos domni imperatoris Karoli, qui ad Niciforum missi fuerunt, in Constantinopoli suscepit et absolvit. Cum quibus et suos legatos direxit, Michahelem scilicet episcopum et Arsafium atque Theognostum protospatharios, et per eos pacem a Niciforo inceptam confirmavit. Nam Aquisgrani, ubi ad imperatorem venerunt, scriptum pacti ab eo in ecclesia suscipientes more suo, id est Greca lingua, laudes ei dixerunt, imperatorem eum et basileum appellantes. …
ANNALES REGNI FRANCORUM (ANNALES LAURISSENSES MAIORES)

Der Kaiser Niciforus fiel nach vielen glänzenden Siegen in Mösien in einer Schlacht gegen die Bulgaren und sein Schwiegersohn Michael wurde Kaiser, der die an Niciforus abgeschickten Gesandten Kaiser Karls in Konstantinopel empfing und wieder entließ. Mit ihnen ließ er seine eigenen Gesandten abgehen, den (Erz)bischof Michael und die Protospathare Arsafius und Theognostos, und bestätigte durch sie den von Niciforus eingeleiteten Frieden. Denn wie sie nach Aachen vor den Kaiser kamen, nahmen sie die Vertragsurkunde von ihm in der Kirche entgegen, sprachen ihm in ihrer (griechischen) Sprache den Lobgesang und nannten in Kaiser und Basileus….“

Annales regni Francorum. Fränlische Reichsannalen, in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte, Teil 1. Neu bearbeitet von Reinhold Rau (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, FSGA, Bd. 5, FONTES AD HISTORIAM REGNI FRANCORUM AEVII KAROLINI ILLUSTRANDAM, pars I), Darmstadt 1974, S. 101 f..

Imperatores etiam Constantinopolitani, Niciforus, Michahel et Leo, ultro amicitiam et societatem eius expetentes conplures ad eum misere legatos. Cum quibus tamen propter susceptum a se imperatoris nomen et ob hoc eis, quasi qui imperium eis eripere vellet, valde suspectum foedus firmissimum statuit, ut nulla inter partes cuiuslibet scandali remaneret occasio.

Auch die Kaiser Niciforus, Michael und Leo von Konstantinopel bewarben sich aus freien Stücken um Freundschaft und Bündnis mit ihm und schickten mehrfach Gesandtschaften an ihn ab. Nachdem er jedoch den Kaisertitel angenommen und dadurch bei ihnen die Besorgnis erregt hatte, er wolle ihnen das Reich entreißen, schloß er einen festen Bund mit ihnen ab, so daß nicht der geringste Anlaß zu einem Zerwürfnis zwischen neiden Seiten verblieb.

EINHARDI VITA KAROLI MAGNI, Einhard: Vita Karoli Magni, in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte, Teil 1. Neu bearbeitet von Reinhold Rau (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, FSGA, Bd. 5, FONTES AD HISTORIAM REGNI FRANCORUM AEVII KAROLINI ILLUSTRANDAM, pars I). Darmstadt 1974, S. 186 f.