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Aachener Geschichtsverein
 
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Aktuelles


Stand der Route Charlemagne Mitte 2011

Dr. Thomas Müller zeigte sich erfreut, dem Geschichtsverein die Entwicklung und Konzeption der Route Charlemagne präsentieren zu können.

Sie löste als Projekt der EUREGIONALE 2008 das sog. „Bauhaus Europa“ ab, das von der Bevölkerung in einem Bürgerentscheid abgelehnt worden ist. Die „Route Charlemagne“ hat konzeptionell nichts mit dem „Bauhaus Europa“ gemein und greift in keinem Punkt auf das Vorgängerprojekt zurück. Nur der Standort des Verwaltungsgebäudes am Katschhof wird vom neuen Projekt ebenfalls mit einbezogen.

Nach dem Bürgerentscheid gab es einen Ideenwettbewerb für die EUREGIONALE 2008, bei der der Vorschlag einer „Route Charlemagne“ des Maastrichter Büros Maurer & Maurer den Zuschlag erhielt. Mit der Route Charlemagne schafft die Stadt Aachen neue Zugänge zur Geschichte Aachens, setzt sie aber zugleich mit aktuellen und globalen Fragen in Beziehung.

In und um die ehemaligen Hauptgebäude der Aachener Pfalz herum, heute Dom und Rathaus (hier in einem Bild von einem südlichen Punkt des Stadtgebietes aus gesehen),

sollten folgende Stationen entstehen:

1. Der Dom und die Domschatzkammer (bleiben natürlich in der alleinigen Verantworung des Domkapitels; es gibt eine neue Anlaufstelle gegenüber dem Dom in der ehemaligen Botenmeisterei des Generalvikariats)
2. Das Rathaus (ist als erstes Projekt 2009 realisiert)
3. Das Centre Charlemagne im Verwaltungsgebäude Katschof (befindet sich im Umbau)
4. Das Internationales Zeitungsmuseum IZM (befindet sich im Umbau)
5. Das Grashaus (Der Umbau als „Europäisches Klassenzimmer“ erfolgt nach dem Umzug des Stadtarchivs im Jahre 2012/13.)
6. Die Achse der Wissenschaften (wurde wurde zunächst zurück gestellt)
7. Religion und Kirchengeschichte in der ehemaligen Pfarr- und Klosterkirche St. Paul (Ankauf nicht realsierbar)
8. Das Couvenmuseum (hat bereits Bestand und hat seine Präsentation und sein Programm überarbeitet)
9. Der Elisenbrunnen (hat bereits Bestand; das Restaurant und der Elisengarten wurden neu gestaltet; das archäologische Fenster wurde wurde zunächst zurück gestellt)
10. Das Haus Löwenstein (als Museum der Technik- und Gewerbegeschichte wurde wurde zunächst zurück gestellt)
11. Das Super – C am Templergraben (ist realisiert)

Der Rundgang am 15.4.2011 begann im „Großen Haus von Aachen“ in der Pontstraße,

dem traditionellen Standort des IZM, das in diesem Jahre – auch konzeptionell völlig überarbeitet – neu eröffnet wird. Das Haus hat mehr Ausstellungsfläche und einen größeren Lesesaal sowie einen Vortragsraum erhalten. Der Umbau wurde durch spannende archäologische Grabungen und baugeschichtliche Untersuchungen verzögert.

Zu sehen bekamen wir eine Säule im Obergeschoß.

die einen großen Bogen stützte, der einen ehemaligen großen Saal im Obergeschoß unterteilte. In diese Trennwand war ein aus Holzbalken und Stahlbeschläge kombinierter Zuganker eingebaut.

Das Rathaus bleibt Sitz des Oberbürgermeisters und Ort für Ratssitzungen , Emfänge usw., wird aber auch ein wenig wie ein Museum geführt. Im Rathaus wurde uns zunächst der neue mehrsprachige, von der RWTH (Prof. Borchers) entwickelte Media-Guide „Aixplorer“ vorgestellt, der den Standort des Nutzers automatisch erfaßt und ihm passende Informationen anbietet. Dieses Gerät wird künftig auch außerhalb des Rathauses in der Route Charlemagne eingesetzt werden können.
mehr zum Aixplorer

Die Konzeption der Rathauspräsentation ist unter enormem Zeitdruck vom Lehrstuhl Kunstgeschichte der RWTH (Prof. Markschies) erarbeitet worden. In der ehemaligen Werkmeisterküche trafen wir auf Installationen zum Thema „Krieg“, insbesondere auf einen digital neu aufgearbeiteten Dokumentarfilm zu Aachen im WK II. Im Roten Saal kann man auf einem Projektionstisch Informationen zum Thema „Frieden“ abrufen.

Der große Krönungssaal wird wie bisher für große und feierliche Veranstaltungen frei gehalten. Das Original der Karlsstatue wird künftig einen Platz im Centre Charlemagne finden. Die Nachbildungen der Reichsinsgnien werden aber am alten Stamdort der ehemaligen Rathauskapelle verbleiben.

Vom Katschof aus und zusätzlich aus den im Umbau befindlichen Räumen erläuterte uns Herr Dr. Müller das Raumkonzept und der im beschränkten Raumangebot möglichen Präsentationen.
(Das Katschhofbild mit einer geführten Gruppe datiert aus der Zeit vor dem Umbau.))

Dem Centre Charlemagne wird nur das Unter- und das Erdgeschoß des Gebäudes zur Verfügung gestellt. Im Westflügel wird der Bürgerservice und in den Obergeschossen die Fraktionen und einige Verwaltungsdienststellen künftig wieder Platz finden.

Die prächtige Wand der ehemaligen Dekanei des Aachener Marienstiftes hätte man gerne von den Ausstellungsräumen her sichtbar gehalten.

Die verschiedenen Höhen und Gebäudeabstände lassen aber nicht einmal ein Fenster auf die Bauinschrift “... OES BAPTA BIERENS DECANUS AQUE …“ zu (Die Abkürzungszeichen über den Buchstaben sind nicht wieder gegeben; Wilhelm Raymund Lamorald Joseph Baron von Bierens war 1745–1787 Dekan des Aachener Marienstiftes) .

Es wird noch geprüft, vom künftigen Eingang zum Bürgerservice her einen Ausblick auf diese Wand möglich zu machen. Museumsbesucher könnten dieses Angebot zwar nur von außerhalb der Ausstellungsräume wahrnehmen. Dafür wäre der Ausblick aber auch leichter in Stadtführungen ohne Museumsbesuch zu integrieren. Die bislang mangelnde Wahrnehmbarkeit der ehemals prachtvollen Sitze der Stiftskanoniker an Klosterplatz und Klostergasse könnte damit etwas kompensiert werden.

Das Centre Charlemagne übernimmt den Bestand des völlig aufgegebenen stadtgeschichtlichen Museums in der Burg Frankenberg. Die Stadt wird bei der Neugestaltung der Ausstellung vom Büro Dr. Hermanns (Münster) beraten. Wichtige Stücke der Sammlung werden – unter Auffüllung einiger thematischer Lücken neu zusammengestellt und inszeniert und ergänzt um eine Vielzahl externer Leihgaben – in der neuen Dauerausstellung wieder zu sehen sein. Allerdings setzt der beschränkte Raum der Anzahl der Themen und Objekte Grenzen. Sehr viel besser als in der Burg Frankenberg werden hingegen die konservatorischen Bedingungen sein Man wird voraussichtlich ein neues Pfalzmodell anbieten, das die seit dem Hugot – Modell fortgeschrittene Forschung aufnehmen soll. Ein Modell der Altstadt innerhalb der beiden Mauerringe soll in weiß gehalten werden und dynamische Projektionen von oben in das Modell zulassen.

Die Interessengemeinschaft der historischen Vereine an einem geschichtlichen Museum wird in Kürze weitere Informations- und Diskussionsveranstaltungen anbieten.

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